Mit einem offenen Brief zur besonderen Corona-Problematik im Eifelkreis Bitburg-Prüm wendet sich Landrat Dr. Joachim Streit an den Leiter des Robert-Koch Instituts (RKI), Professor Wieler und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

Hier der Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Professor Dr. Wieler,

der Eifelkreis Bitburg-Prüm liegt an der Grenze zu Luxemburg. Aus unserem Landkreis pendeln jeden Tag 9.000 Menschen zur Arbeit nach Luxemburg und noch mehr Menschen wechseln die Grenze zum Einkaufen, für Restaurantbesuche, Dienstleistungen vom Frisör über den Reifenhändler bis zu Arztbesuchen. Mittlerweile leben viele Luxemburger in unserem Kreis. Wir sind Zuzugsgebiet für die Menschen aus dem Großherzogtum. Verwandte leben hüben wie drüben. Der Eifelkreis verfolgt bei Corona eine strenge Teststrategie. Wir waren die ersten, die Anfang März bereits Veranstaltungen abgesagt haben, wir warben früh für Alltagsmasken. Wir haben als erster Landkreis flächendeckend Altenheime getestet. Wie ich es sehe, ist nur ein Land besser als wir: Luxemburg. Seine flächendeckende Teststrategie bei Corona ist genau richtig. Alle Bürger können sich testen lassen, auch Grenzgänger und deren Angehörige dürfen an den kostenlosen Tests teilnehmen. Mit den Tests entdeckt man natürlich Infizierte, auch solche ohne Krankheitssymptome. Dies führt nach RKI-Betrachtungen dazu, Luxemburg als Risikogebiet zu benennen. Zieht man allerdings die beiden Faktoren (flächendeckend und Grenzgänger) ab, läge die Zahl der Infizierten bei weniger als der Hälfte, so der Chef der luxemburgischen Testungsbehörde. In der letzten Woche testeten die Luxemburger an einem Tag 12144 Personen, davon waren 163 mit COVID19 infiziert. In der Relation ist es 1,34%. Ein Wert, der im Rahmen der normalen Parameter liegt.  Wir zählen im Eifelkreis seit März 2020 231 Infizierte bei 5400 Getesteten, haben also eine Relation von 4,28 %. Mit der Festsetzung Luxemburgs als Risikogebiet, sperren Sie mehr als 600.000 Menschen auf einer Fläche von 2.600 qkm ein. Die Grenzschließungen zu Beginn der Coronakrise waren schon verheerend. Die jetzige faktische Schließung macht es noch schlimmer. Sie dürfen Luxemburg nicht nach den normalen deutschen Testmaßstäben betrachten, sondern nach der vorbildlichen Flächenstrategie. Würden wir in Deutschland so testen, lägen die Zahlen der Neuinfektionen auch auf Luxemburger Niveau. Ohnehin glaube ich, dass der Wert von 50 Neuinfektionen pro Woche nicht geeignet ist, Lockdowns zu rechtfertigen. Deshalb mein Appell an Sie, nehmen Sie für Länder, die eine Flächenstrategie bei der Testung anwenden einen anderen Maßstab als den, den wir bei unseren Teststrategien anwenden. Der Schaden in den deutsch-luxemburgischen Beziehungen, den Sie hervorrufen, ist kurzfristig weder menschlich noch wirtschaftlich zu beheben! Mit freundlichen Grüßen Dr. Joachim Streit

Kleinich. Am Freitagmorgen (17. Juli), ereignete sich gegen 00:05 Uhr auf der B327 in Höhe  Kleinich ein Verkehrsunfall, bei dem eine Frau ums Leben kam. Nach ersten Erkenntnissen kamen zwei Fahrzeuge nach einer Kollision während einem Überholmanöver nach rechts von der Fahrbahn ab und prallten dort jeweils gegen Bäume. Die Beifahrerin des überholenden Fahrzeugs zog sich bei dem Frontalaufprall auf einen Baumstumpf tödliche Verletzungen zu. Der Fahrer dieses Fahrzeugs, sowie die vier Insassen des zweiten Pkw wurden schwer verletzt und im Anschluss an die Erstversorgung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Zur Klärung des genauen Unfallhergangs wurde ein Gutachter beauftragt. Die Höhe des Sachschadens kann derzeit noch nicht beziffert werden. Die B327 war für den Zeitraum der Unfallaufnahme komplett gesperrt. Eine Umleitung wurde durch die Straßenmeistereien Bernkastel und Kirchberg eingerichtet. Im Einsatz befanden sich die Feuererwehren aus Morbach, Longkamp, Kleinich, Hochscheid, Horbruch, Sohren und Büchenbeuren, das Deutsche Rote Kreuz mit vier Rettungswagen, zwei Notärzten und einem Krankentransportwagen sowie die Polizei Simmern, Hahn, Idar-Oberstein und Morbach.

Mehren. Beim Absturz eines einmotorigen Ultraleichtflugzeuges am Flugplatz Mehren ist am Sonntag der Pilot ums Leben gekommen, der Copilot wurde schwerverletzt in ein Krankenhaus eingeliefert.  Das Flugzeug war beim Landeanflug aus bisher ungeklärter Ursache über die Landebahn hinaus geraten und abgestürzt. Die Ermittlungen zur Unfallursache dauern an.